Kapuze ohne Innenfutter {Tutorial}

Bei meinem letzten Kapuzenpulli stand ich vor dem Problem, dass der Sweatstoff, den ich verwendet habe zu schwer war um eine Kapuze mit Innenfutter zu nähen. Sonst habe ich immer Sweat und Jersey verwendet, das ging gut, aber diesmal war die Stranguliergefahr doch zu hoch. Die Kapuze war mit dem doppelten Sweatstoff einfach zu schwer.
Natürlich hab ich erst mal gegoogelt um raus zu finden, wie man eine Kapuze ohne Innenfutter näht, aber hab irgendwie keine guten Anleitungen gefunden, die mir komplett Schritt für Schritt zeigen, wie ich vorgehen muss. Also, selbst ist die Frau - ich überleg mir einfach, wie ich am schönsten die Kapuze nähen kann.

Erstes Problem: Man sieht ja die Schädelnaht, wenn man die beiden Kapuzenteile einfach zusammennäht. Zweites Problem: Wie nähe ich den Saum richtig um, dass es gut aussieht und vor allem, wie mach ich das mit der Nahtzugabe für den Tunnel? Für die erfahrenen Näher und Näherinnen wahrscheinlich nicht mal einen kurzen Gedanken wert, aber ich musste schon eine Weile grübeln. Daher hab ich mir gedacht, ich zeig euch wie man da vorgehen kann. Meine Methode ist natürlich nicht die einzige und je nach Material und Werkzeug gibt's natürlich auch noch andere Wege zum Ziel.

TUTORIAL
Ihr braucht:
Overlock
Zwillingsnadel (optional)
Heftfaden und Nadel

 Ich hab mir erst mal meine Kordel genommen, die ich später dann durch den Tunnel im Saum der Kapuze führen will und hab grob abgeschätzt wie breit er sein sollte. Bei mir waren das 2,5 cm, ich habe aber auch extrem breite Kordel verwendet. Ich übertrage meine Schnittmusterteile immer mit Kopierpapier (ist sogar noch aus den 80ern, geschenkt von meiner Mama. Funktioniert immer noch einwandfrei). Also hab ich mir in 2,5 cm Abständen Nadeln gesteckt und bin danach mit dem Roller über die von den Stecknadeln markierte Linie gefahren, sodass meine Stoffrückseite wie auf dem rechten Bild aussieht.  Das muss man natürlich nur an der Vorderseite der Kapuze machen bis man auf Höhe der Schädellinie ankommt.
Für die Schädelnaht hab ich mir eine Flatlocknaht, oder auch Flachnaht ausgesucht. Ich wusste gar nicht dass meine Overlock sowas cooles kann, hab bis jetzt einfach immer nur den 4 Faden Overlock Stich benutzt und einmal eine Rollnaht gemacht. Schon wieder was gelernt. Die Flachnaht hat den Vorteil dass sie hinten in der Kapuze schön flach ist und auf der Außenseite ganz dekorativ aussieht.  Man kann das je nach Stoff und Belieben natürlich auch anders herum nähen.
Nun den Saum der Kapuze versäubern und die beiden Knöpflöcher an den Seiten nähen. Bei mir war die Oberkante des Knopflochs etwa 7 cm vom unteren Rand entfernt. Auch darauf achten das Knopfloch nicht zu nah an die gestrichelte Linie zu bringen - und vor allem auf die richtige Seite. Ich hab nun den Saum umgebügelt und mit Heftfaden fixiert. Das hat den Vorteil, dass man danach mit der Zwillingsnadel (oder normalen Jerseynadel) so auf der rechten Seite des Stoffs nähen kann, dass der Heftfaden mittig liegt. Dann erwischt man auch auf jeden Fall beide Seiten ordentlich. 
Wenn der Saum fest genäht ist, geht es ganz normal weiter, wie im Schnitt beschrieben! Der Schnitt, den ich verwendet habe, kreuzt die beiden Kapuzenteile vorne am Auschnitt, bei Kapuzen die vorne geschlossen werden, geht man aber nach dem gleichen Prinzip vor.
Ich hoffe natürlich euch hat mein Tutorial gefallen, und ihr könnt es bald auch mal verwenden.Bei Fragen schreibt mir über das Kontaktformular oder die Kommentarfunktion.

Der Pulli war zwar im Endeffekt nicht für mich, aber ich hab mich echt gefreut ihn zu nähen und dabei was neues zu lernen!
Bis bald,
eure Nina

Wenn du nach meiner Anleitung nähst, würde ich mich sehr über Feedback und Fotos (z.B. per vervliestundzugenaeht@gmail.com) freuen.

Verlinkt bei Freutag, Meertje, Crealopee

Kommentare:

  1. Ist Dir auf jeden Fall super gelungen!
    Lg Mel von ninonos.blogspot.de

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  2. Ich wollte einfach mal DANKE,sagen.für dein super Tutorial! Werde es die nächsten Tage anwenden

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  3. Hallo Nina, das gleiche Problem hatte ich auch. Habe mich bei der Schädelnaht für die Kappnaht entschieden. Das hat auch gut funktioniert und sah hinterher richtig gut aus.
    LG Tanja

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Hallo ihr Lieben,
ich freue mich riesig über jeden Kommentar, jede Frage und jede (konstruktive) Kritik. Schreibt fleißig drauf los ;-)
Eure Nina