3 Twist Stirnband im Perlmuster

Ihr kennts ja schon, jeden Winter MUSS ich mir eine neue Kopfbedeckung häkeln oder stricken. Letztes Jahr wars die gestrickte Wellenmütze, die Jahre davor meistens Boshis. Dieses Jahr hab ich es endlich geschafft ein neues Stirnband zu stricken. Stirnbänder haben ja den Vorteil, dass sie die Frisur nur minimal ruinieren. Der Pony wird zwar immer noch platt gedrückt, aber immerhin bleibt der Rest verschont. Außerdem bilde ich mir ein Stirnbänder würden auf meinen flutschigen Haaren besser halten. Ich hab sehr weiches Haar und mir schiebt es die Mütze regelmäßig nach oben, bis ich aussehe, als wäre ich im Cast von Schneewittchen einer der Zwerge mit Zipfelmütze. Das passiert bei einem Stirnband nicht ganz so leicht, das wird ja auch vom Zopf oder Knoten am hoch rutschen gehindert. Stabilere Substanz also. Das Stirnband hier hab ich nach der Anleitung von diesem Video gestrickt. Ich hab euch ja schon im Beitrag zum gestrickten Babyjäckchen erklärt, wie gut ich Strickvideos finde. Warum es sich schwer machen, wenn man es vorgemacht bekommen kann? Allerdings ist man auch dann nicht vor blöden Fehlern gefeit. Ich hab natürlich über die Stelle weg gespult, wo erklärt wird, wieviel Maschen man aufnehmen soll. Ich hab schließlich mit dünneren Garn gestrickt als im Video und mit anderen Nadeln und daher einfach ausprobiert, bis mir die Breite gefallen hat.





16 Ginger Jeans #2

Erinnert ihr euch noch an meinen Beitrag zur apricot farbenen Jeans? Da hab ich geschrieben, dass ich es erstmal mit einer „nicht-Jeans“-Farbe versuche, weil ich ja sowieso keinen guten Jeansstoff finde, der meinen Ansprüchen genügt, bezüglich Waschung, Farbe und Style. Aber zum Glück kenne ich Bibi und ihre Jeans Skills. Sie hat mich nämlich auf diesen coolen Stoff vom Jeansstand beim Stoffmarkt gebracht (ihr seht ich lasse mich gerne von anderer Leute Hosen inspirieren, beim ersten Mal wars ja auch schon so ;-) ). Ihre Hose aus dem gleichen Stoff könnt ihr hier bewundern, und dann auch gleich sehen, wie sie nach ein paar Monaten tragen aussieht. Ja, richtig, schön ausgewaschen an den richtigen Stellen. Und das ganz ohne aufwändige Bleich- oder Schmirgelpapier-Action.
Ich war also begeistert und hab im Sommer beim Stoffmarkt am Jeansstand sofort den gleichen gekauft. Denn nach der ersten Jeans war ich schon ziemlich heiß drauf zu sehen, ob ich das nochmal hinbekomme. Ich hatte nämlich die ganze Zeit die Vermutung, dass meine erste Ginger Jeans nur aus Glück oder Zufall so gut geworden ist. Aber offensichtlich doch nicht, das Schnittmuster inklusive Anpassungsguide ist einfach extrem gut. Meine apricot farbene Jeans mag ich sehr gerne, und sie wird vor allem im Sommer super häufig getragen. Inzwischen ist sie leider schon fast zu ausgebeult, weil ich sie so oft anhatte. Und was mich immer ein bisschen gestört hat: Durch den Low Rise muss ich einen Gürtel tragen, damit ich nicht das Gefühl habe, gleich in Unterhosen dazustehen. Deswegen wollte ich nun unbedingt die High Rise Version (View B) austesten.
 
Nach kurzem Nachlesen hab ich aber gesehen, dass High Rise bei der Ginger bedeutet, sie endet kurz über dem Bauchnabel. Ich hab das mit meinen liebsten Kaufjeans, die ich alle ohne Gürtel tragen kann, verglichen, und habe festgestellt: die enden eher 3 cm unter dem Bauchnabel. Nun war ich vor die schwierige Frage gestellt: Kaufe ich die neue Mid Rise Ginger, lasse alles neu plotten oder benutze ich das Tutorial von Closet Case Patterns, wie man eine Mid Rise selbst aus der High Rise erstellt, indem man sie auf Höhe des Reissverschlusses kürzt.



6 Baby Jäckchen Frederick

Bevor es um diese süße kleine Jacke geht, muss ich euch eine lustige Anekdote dazu erzählen: Ich stricke super gerne im Auto (natürlich nur als Beifahrer) und hab mich geärgert, dass es nun so dunkel ist, wenn wir mal längere Strecken am Abend fahren. Dann ist mir eingefallen, dass ich ja eine Stirnlampe habe, die ich normalerweise beim Camping verwende - sehr praktisch im Zelt, wenn man die Hände frei haben muss. Und die ist perfekt zum Stricken im Auto, wie ich fest gestellt habe. Blendet den Fahrer nicht und ist nicht so funzelig wie die eingebaute Leselampe. Seltsame Blicke von anderen Autofahrern an der Tankstelle sind aber vorprogrammiert, wenn man mit seinem Strickzeug und der Höhlenforscherlampe auf dem Kopf im Auto sitzt.



So, wir waren nun also auf der Autobahn, in einem Baustellenbereich mit 50 kmh und mein Schatz brummelt vor sich hin, dass das Licht bei dem Auto vor uns nicht richtig funktioniert. Ich hab nicht wirklich zugehört, bis er plötzlich zu mir sagt: "Ich mach jetzt das Fenster runter, sag mal dem Autofahrer direkt neben uns, dass sein Licht nicht richtig funktioniert. Auf französisch!". Ich war sehr perplex und das Fenster war unten. Der Typ im Auto neben uns guckt mich irritiert an, macht aber das Fenster ebenfalls runter. Ich war nicht wirklich eloquent in dem Moment, deute auf ihn und schreie quer über die Autobahn: "La lumière! La lumière!". Er guckt ziemlich verschreckt. Erst in dem Moment fällt mir auf, dass es vielleicht leicht seltsam ist, mit einer Stirnlampe auf dem Kopf "lumière" durch die Gegend zu rufen. Dass er das auf seine Rückleuchten und nicht auf meinen Kopfschmuck bezogen hat, bezweifle ich stark, haha :D.


So, jetzt aber zur Jacke: Ich wollte unheimlich gerne mal wieder was stricken. Was Neues. Keine Mütze, keine Stulpen, kein Schal. Und da traf es sich gut, dass Freunde von uns gerade Eltern eines Jungen geworden sind und ich richtig Lust auf die kleine süße Babyjacke hatte, die ich im Netz gefunden habe.


7 Linktipps fürs Nähen mit La Maison Victor

Ich hab ja nun schon einige Schnittmuster aus der La Maison Victor ausprobiert und bin immer überzeugter von dem tollen Magazin. Weil ich immer wieder Fragen dazu bekomme, hab ich euch mal ein paar hilfreiche Links zusammen gestellt. Es ist nämlich nicht immer einfach den Überblick zu behalten, insbesondere, wenn man schon einige Magazine gesammelt hat, und irgendwann einfach vergisst, was in welcher Ausgabe enthalten ist. Aber auch wenn ihr noch gar keine Ausgabe besitzt und euch nur für die LMV interessiert, dann helfen euch die Links, die ich euch jetzt hier vorstelle bestimmt weiter.

Zu allererst: Wer noch keine La Maison Victor Ausgabe besitzt, oder ältere Ausgaben nachbestellen will, der kann sie hier kaufen. Es gibt nicht  mehr alle Ausgaben, und auch nicht alle sind noch auf Deutsch verfügbar, aber wenn man schon ein bisschen Näherfahrung besitzt kommt man sicher auch mit den niederländischen oder französischen Ausgaben gut zurecht. Und zur Not gibt’s ja auch Google Translator - so hab ich herausgefunden, dass Sierstiksel Zierstich heißt ;-).

Eine tolle Übersicht aller bisher veröffentlichter Schnitte findet ihr auf Pinterest. Die liebe Julie von Instant Couture hat sich die Mühe gemacht die Hefte zu katalogisieren. Es ist immer das Foto des Models, sowie die technische Zeichnung enthalten, sodass man sehr schnell erkennen kann, ob der Schnitt gefällt, oder nicht.


10 Jacke Mona {La Maison Victor}

Ich probiere ja gerne mal was Neues aus. Neue Stoffe, neue Schnittmuster, neue Farben. Was ich heute zeige, war wirklich in allen Kategorien neu. Aus einem grob gewebten Mohairstoff in der für mich ganz neuen Farbe Koralle hab ich das Jäckchen Mona aus der La Maison Victor genäht. Normalerweise hätte ich mir wahrscheinlich weder die Farbe, noch den Stoff freiwillig ausgesucht, aber manchmal kommt man auf Umwegen an ein zuerst noch unbekanntes Ziel
und erweitert so seinen Nähhorizont. Vor ein paar Monaten hab ich eine nette Email von der Firma Zuleeg bekommen, ob ich ihre Stoffe ausprobieren möchte*. Ich gehe ja nur sehr wenige Kooperationen ein, und hab die Email ehrlich gesagt gelesen, und direkt wieder vergessen, weil sie auch noch zu einem ungünstigen Zeitpunkt kam. Einen Monat später (ups!) hab ich sie durch Zufall wieder gesehen, und mit schlechtem Gewissen endlich die Seite aufgerufen. Und das hat mir richtig gut gefallen, was ich dort gelesen hab. In Deutschland produzierte Stoffe (die unter anderem von großen Marken gekauft werden) und die mal was anderes sind als die typischen Selber-Näher-Stoffe, wie Sweat, Jersey oder normale Baumwolle. Versteht mich nicht falsch, die mag ich auch absolut gerne, aber bei den ganzen mir noch unbekannten Stoffbezeichungen hat mich dann doch die Neugier gepackt. Wenn ich eine Kooperation eingehe, will ich ja auch ein bisschen Mehrwert für euch haben, nicht einfach nur Stoffe umsonst bekommen. Und das Angebot der Firma Zuleeg zu testen, fand ich durchaus interessant. Und dann hab ich das erste Mal von dem super praktischen System profitiert, das es bei diesem Unternehmen gibt:





7 Traumanzug #2

Das Kleidungsstück, dass ich am meisten trage? Im Winter definitiv der Traumanzug, den ich letztes Jahr genäht habe. Sobald ich weiß, dass ich nicht mehr vor die Tür muss, werden die Alltagsklamotten von mir geworfen, und ich werfe mich in den Traumanzug. Kuschelig warm und gemütlich, so muss es doch zuhause sein, oder? Daher war es auch keine Frage, dass dieses Jahr ein neuer her muss. Nicht weil der alte (trotz einiger Runden in der Waschmaschine) nicht mehr schön aussieht, er ist noch wirklich gut in Schuss. Aber genau aus dem Grund: während der Wäsche vermisse ich ihn schmerzlich. Auf dem Juni-Stoffmarkt hab ich mir also direkt Nachschub geholt, beim gleichen Stand wie letztes Jahr. 2 Coupons kuscheligster Alpenfleece und statt Sternen gab es dieses Jahr Wale. Sind Wale nicht die neuen Flamingos oder so? Bin ich vielleicht einem Trend vorraus? Ich fand sie auf jeden Fall cool, und dadurch, dass ich eigentlich nie „niedliche“ oder „kindliche“ Stoffe trage, darf es für das Zuhause dann doch auch mal etwas ganz anderes sein. Es war allerdings ganz schön anstrengend, die passenden Zusatzmaterialien zu besorgen, es gibt nämlich so viele Blautöne! Zum Glück hatte ich noch passendes Bündchen von meinem Pulli Aster übrig, aber den Reissverschluss hab ich zweimal gekauft, weil mir der Blauton nicht hundertprozentig gefallen hat, und auch die Kordel war erst beim zweiten Mal die richtige.




4 Interview mit Tobias Milse von TM Paris

Im Sommer durfte ich mir das neue Atelier und die dazugehörige Boutique von Tobias Milse (den ihr vielleicht als Gewinner der Fernsehshow "Geschickt Eingefädelt" kennt) in Genf anschauen. Es kam ganz spontan dazu, da ich zufällig auf Instagram las, dass er in Genf wohnt und ich lustigerweise eine Woche später eine Freundin in Genf besuchen wollte. In solchen Momenten finde ich Social Media wirklich toll, denn ohne diesen kleinen Kommentar hätte dieses Treffen wohl nie stattgefunden. Und das wäre sehr schade gewesen, denn ich hab mich sehr gefreut Tobias persönlich kennen zu lernen und der Einblick in seine Boutique hat mir sehr gut gefallen. Den wollte ich euch natürlich nicht vorenthalten und so könnt ihr pünktlich zur Neueröffnung, die diesen Monat stattgefunden hat, ein kleines Interview mit Tobias lesen und einen Blick in sein Atelier werfen.

 Stell dich kurz vor, was hast du studiert, wie bist du zum Nähen gekommen?


Ich habe BWL und Marketing mit dem Schwerpunkt Modemanagement studiert. Danach bin ich direkt mit einem one-way ticket einfach so nach Paris gezogen - ich hatte mir nur über drei Ecken ein Gästezimmer gebucht. Ich wollte in der Interior Branche arbeiten, aber da ich keine Kontakte hatte und nicht wusste, dass man für Praktika in einer franz. Uni eingeschrieben sein muss bekam ich 0 Antworten. Dann habe ich angefangen auf Messen und z.B. in den Galeries Lafayette als internationaler Infopunkt zu arbeiten, da ich 3 Sprachen fliessend konnte.